Interdisziplinäre Emotionsforschung zwischen Neurowissenschaften und Philosophie

Martin Diessel, Dipl.-Psych.



Ich war schon immer von der großen Vielfalt des menschlichen Bewusstseins und Verhaltens beeindruckt. Aus diesem Grund studierte ich Psychologie an der Martin-Luther-Universität zu Halle-Wittenberg. Meine Spezialfächer waren Klinische Psychologie und Neuropsychologie, Neurologie und die kognitive Psychologie der Aufmerksamkeit.

Ich beendete meine Diplomarbeit 2005 mit einer Untersuchung zu den neuronalen Grundlagen sozialer Kognitionen: Entscheidungsfindung und das Erkennen emotionaler Gesichtsausdrücke. Um die Beziehungen dieser Komponenten zu ergründen, entwickelte ich ein neuartiges Labyrinth-Paradigma, bei dem die Versuchsperson sich auf ihrem Weg durch ein Labyrinth von Gesichtern leiten lassen musste, deren emotionaler Ausdruck sich mit Zielannäherung schrittweise änderte. Ich fand hoch signifikante Zusammenhänge zwischen der Fähigkeit, sensibel auf Änderungen emotionaler Gesichtsausdrücke zu reagieren und der Auswahl langfristig vorteilhafter Handlungsstrategien in der Iowa-Gambling-Task (Bechara 2000).

Da die Verbindung von Psychologie und Neurowissenschaft mich immer mehr faszinierte, beschloss ich, als Wissenschaftler weiter auf dem Gebiet der sozialen Neurowissenschaft zu arbeiten. Als Mitarbeiter im Projekt animal emotionale (gefördert durch die VW-Stiftung) führe ich fMRT-Studien zu der Frage durch, wie Menschen Zwang und Freiheit in sozialen Interaktionen wahrnehmen bzw. wie sie Unsicherheit im Kontakt mit anderen durch Vertrauen und Kontrolle reduzieren.



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